Mittwoch, 29. Januar 2014

Skifahren in St. Englmar

letztes Wochenende war es dann soweit. ich wurde geschnappt, entführt und in den bayerischen Wald verfrachtet und dort zum Skikurs gebracht. Anreise Freitag Abend. meine Angst hält sich in Grenzen. kann sogar etwas Neugier und Vorfreude spüren. Wir beziehen unsere Ferienwohnungen, kochen lecker Essen und stoßen schonmal auf den den nächsten Tag an.

Samstag morgen. Ein bischen Übelkeit - Alkoholnachwirkungen oder Skikursnervosität? Ich kann es nicht sagen. Aber kein Problem, schnell gefrühstückt und rein in die Skiklamotten. Ich fühle mich wie ein Sportler. Weltklasse. Olympia - ich komme.

In der Skischule bekommen wir unsere Buttons, die uns nun als vollwertige Kursteilnehmer ausweisen und dem Skilehrer zur späteren Motivationsunterstützung unseren Namen anzeigen. 



Dann ins Gebäude nebenan, um die Ausrüstung auszuleihen. Skischuhe sind wahnsinnig unbequem. Kann jetzt verstehen, warum die Skispringer immer so witzig beim Laufen aussehen. aber egal - ich bin jetzt einer von ihnen - Watschelgang und ich - wir werden gute Freunde werden. was gabs noch? Skier, Helm und Stöcke. Nervosität steigt.




10 Uhr - es gibt kein Zurück. Wir lernen unseren Skilehrer kennen. Andi. Wir hätten es defintiv schlechter treffen können. Und dann gehts los, Skier untergeschnallt und los zum Babyhügel. Ich muss sagen mit normalen Schuhen sah das nicht schlimm aus, mit rutschigen Skiern wird die leichte Anhöhe zum Todesberg. Aber noch bin ich cool. Mache die Übungen mit. Hin- und herrutschen auf der Stelle. Nach vorne beugen, nach hinten lehen, ein Bein hoch, das andere Bein hoch, in die Knie und strecken. Komme mir vor wie ein Clown. ein wackliger Clown. mit Publikum. Dann gehts zum ersten Mal die WAHNSINNIG STEILE BERGANHÖHE hoch. Luft geht mir oben aus, aber geht schon. und dann runterfahren. macht Spass. dann mit vorhergelernten Übungen. Immer noch ok. Rutsche ein paar Mal aus, fahre einen Freund über den Haufen, aber alles gut. 




Doch dann stürze ich. Blackout. Höre irgendwann Stimmen und bin zurück. Musste mich kurz orientieren. Dachte noch, cool Skiunfall - spektakulär! aber nein. ich falle nicht spektakulär, ich falle dämlich. :) irgendwie hats mich oben am zuvor erwähnten Riesenberg im Stehen nach hintengezogen. einfach umgefallen und hinten mit dem Kopf auf die Ski/den Boden/das Eis/wasauchimmer geknallt. keine super gefährlichen Manöver, kein Glamour, nichts was man seinen Kindern erzählen könnte. ;) mache trotzdem weiter. nun mit Kopfschmerzen und Übelkeit. 

wir ziehen um auf die nächste Übungsstrecke, hier wirds steiler und länger. Wir fahren Slalom um Hütchen. die Kraft verlässt mich langsam. frage mich wessen Idee das war und wieso ich das mache. und wieso das bei den anderen so leicht aussieht. verdammtes Bremsen kann ich auch nicht richtig. kurze Pausen am Seil, das mich nach oben zieht. Dann ist der Kurs vorbei und wir gehen Mittagessen. nur beim Gedanken an Essen wird mir noch schlechter. Der Kopf dröhnt. Magen rebelliert. Mag nicht mehr und fahre in die Ferienwohnung während die anderen Teil 2 des Kurses machen.


Nachmittags nach einem kleinen Schlaf und kurzem Intermezzo beim Schwimmen meinerseits, gehts mit den Schmerzen und der Übelkeit langsam wieder. Die anderen sind auch wieder da und Essen und gemütliches Abendausklingen kann beginnen.

Sonntag 9.30 - für die anderen beginnt der dritte Teil vom Kurs, ich bekomme einen Privatlehrer, damit ich auch noch was lerne. wirklich sehr nett. dachte wir gehen wieder auf den Idiotenhügel, aber Heini sagt nichts da - wir gehen gleich an den Übungshang. also gut. der Autorität eines 70 jährigen Bayern kann man schwer entgegenwirken. ich beuge mich und stehe verkrampft und mit Panik im Nacken an seiner Hütte. aber alles gut. irgendwie kann er mich beruhigen und wir fahren den Berg runter und wieder hoch und wieder runter und wieder hoch. läuft. kein Sturz. keine Tränen. ein bischen Angst. und endlich klappt dieses blöde Bremsen. zumindest ein bischen. 2 Stunden Skifahren und ich lerne sogar was. mal alleine, mal werde ich beherzt von Heini in eine Richtung geschubst. Sind auch nur einmal ineinander gefahren. und das war nur zu 98% meine Schuld. ;) Werde vorm Mittagessen noch abschiedsumarmt und mit einem "das schaffste schon noch" verabschiedet. und so endet auch mein Skitrip. mal sehen wann ich mich nochmal traue.




aber das Wochenende hat Spass gemacht - mal sehen wo es uns als nächstes hinverschlägt und ob ich da ein wenig mehr glänzen kann. hab was munkelt gehört von "wandern" - i am not amused.


1 Kommentar:

Mutti hat gesagt…

Ich bin stolz auf Dich!